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Die 3 Säulen des Karate-Do
* Kihon: die Grundschule
* Kata: der 'Schattenkampf' und Bunkai
* Kumite: der 'Kampf' und die Variation: sportlicher Wettkampf
Im Karate gibt es 3 Säulen, die das Training bilden (außer den normalen
Konditions- und Dehnungsübungen, die aber nicht so sehr
kampfsportspezifisch sind). Die erste nennt sich Kihon (Grundschule),
die zweite ist Kumite (Kampfübungen) und die dritte ist Kata (Form).
Diese drei müssen ständig geübt werden, damit sich kein Ungleichgewicht
ergibt.
Kihon: die Grundschule
Im Grundschultraining (Kihon) erfolgt die Technikschulung. Es werden korrekte
Schrittstellungen mit entsprechend tiefer Körperschwerpunktslage, Einzelbewegungen
der Arme und Beine einstudiert.
Im fortgeschrittenen Stadium lernt der Karateschüler Kombinationen in Form
von Abwehr und Gegenangriffen, die jeweils einen direkten Bezug zu einer realen
Verteidigungssituation haben.
Darüber hinaus kommt es im Kihon darauf an, dass der Schüler lernt, Körperspannung
zu entwickeln, die jeder Technik ein Höchstmaß an Kraft verleiht. Gleichzeitig
gilt es die Konzentration und die Atmung zu verbessern, da sonst die Wirkung
hinsichtlich Kraft und Distanz nicht optimiert werden kann. Fließen alle diese Dinge, Koordination, Konzentration, Atmung und Schnelligkeit
zusammen, sprechen wir von perfektem Kime, das heißt einer genau getimten Bewegung,
in der die Komponenten Kraft, Distanz und Zeitpunkt voll erfüllt sind. Es ist
klar, dass solche Bewegungsperfektion nicht von heute auf morgen erreichbar
ist. Langjähriges, umfangreiches Grundschultraining ist unabdingbare Voraussetzung.
Ein solches Training ist gleichermaßen Fitness-Training und Selbstverteidigung.
Dass jemand, der sich diesem Training unterzieht, fit wird, ist leicht einzusehen.
Was hat dies aber mit Selbstverteidigung zu tun? Die Antwort ist recht einfach.
Die im Kihon angelegten Grundlagen sind Voraussetzung für die Bewältigung bedrohlicher
Situationen mittels Karatetechniken; sie sind aber nicht alles.
Grundsätzlich gilt, dass das Training von Selbstverteidigung in sich nicht
unproblematisch ist. Einerseits trainiert der Karateka, um gerade nicht zu kämpfen.
Ihm wird im Dojo psychische und geistige Ausgeglichenheit vermittelt, die es
über das Studium der Karatetechniken direkt zu erfahren gilt. Er lernt damit,
Streit zu meiden, beherrscht zu bleiben, das heißt, seine Emotionalität unter
Kontrolle zu halten, seine Mitte zu wahren.
Anderseits entspricht es dem Sicherheitsdenken vieler Menschen, in unumgänglichen
bedrohlichen Situationen nicht unvorbereitet zu sein, ein Punkt der gerade junge
Frauen angeht, die sich vermehrt in Selbstverteidigungsgruppen zusammenschließen.
Hier kann nun durch Konstruktion von realen Angriffssituationen das Kihon Training
seine praktische Anwendung erfahren, wobei der ethisch moralischen Unterweisung
ebenso viel Bedeutung zukommt wie der sportlichen und psychologischen.
In den meisten Dojos wird mit dem Kihon Training der Einstieg in Kata und
Kumite geleistet.
Im Training werden diese Techniken meist als Gruppe durchgeführt, um
dem Trainer die Möglichkeit zu geben, korrigierend zu vergleichen und
zu helfen.
Kata
Kata bedeutet übersetzt Form, und stellt einen festgelegten Ablauf verschiedenster
Einzeltechniken dar. In allen traditionellen Kampfkünsten gibt es diese Formen,
die die eigentliche Basis darstellen. In den Anfängen auf Okinawa wurde das Karate-Do nur mit Hilfe dieser Kata
trainiert. Jede Kata für sich betrachtet stellte einen eigenen Kampfstil dar,
den die Meister in der früheren Zeit in dieser verschlüsselt versteckt hielten
und nur ausgewählten Personen offenbarten. Diese gaben ihr Wissen wiederum an
Schüler weiter, und so blieb die Kunst über Generationen erhalten. Meister Funakoshi
suchte schließlich die verschiedensten Kata, die er für sich für effektiv und
nutzbringend hielt, zusammen und trainierte sie.
Die Kata wirkt wie ein faszinierender Tanz, allerdings ist sein oberster
Zweck nicht Bewegungsästhetik sondern Kampf, das heißt Verteidigung gegen mehrere
Angreifer. Das Studium dieser ritualisierten Kampfformen, entwickelte Selbstkontrolle,
Bewegungspräzision und ein Maximum an Dynamik und Schnelligkeit nach den verschiedensten
Seiten.
Es gibt in den japanischen Karatesystemen zusammen mehrere Dutzend dieser
Katakämpfe. Die perfekte Darbietung vereint in sich äußersten Kampfgeist, verbunden
mit Geschmeidigkeit und absoluter Bewegungsökonomie.
Für Karatekas aller Altersgruppen, die nicht unbedingt nach wettkampfsportlichen
Meriten streben, bietet das Katatraining ausgezeichnete Möglichkeiten im körperlich
geistigen Bereich, wird hier doch ganz direkt eine Verbindung zur Meditation
gesetzt; mentales Training oder autogenes Training können als erläuternde Begriffe
herangezogen werden.
Im Shotokan-Ryu gibt es insgesamt 27 verschiedene Kata.
Taikyoku-Kata
Taikyoku Shodan
Heian-Kata
Heian Shodan, Heian Nidan, Heian Sandan, Heian Yondan, Heian Godan
Tekki-Kata
Tekki Shodan, Tekki Nidan, Tekki Sandan
Grundkatas
Bassai-Dai, Jion, Empi, Kanku-Dai, Hangetsu
Höhere Katas
Jitte, Gangaku, Sochin, Nijushiho, Chinte, Bassai-Sho, Kanku-Sho, Ji'in,
Meikyo, Wankan, Unsu, Gojushiho-Dai, Gojushiho-Sho
Kumite: der 'Kampf'
Das Kumite ist die wohl spektakulärste Form des Karate-Do. Es ist der archaische
Zweikampf, im europäischen Altertum das Pankratin, das manchmal mit dem Tod
des einen Kämpfers endete. Das Flair dieser Tradition, die absolute Härte der
Karatetechniken, deren kompromißlose Anwendung ja tödlich sein kann, haben wohl
einen entscheidenden Beitrag zur Entstehung und Popularisierung des Kumite geleistet.
Es ist klar, daß sportlicher Wettkampf in der Disziplin Kumite ein sehr striktes
Regelwerk einerseits bedarf und äußerst kontrollierte Bewegungen von seiten
der Kämpfer andererseits. So wird im Dojo über mehrere methodische Schritte
von einfachen Partnerübungen mit festgelegten Bewegungsabläufen immer mehr Spielraum
für die eigene Entfaltung der Kämpfer geschaffen, bis diese die grundlegenden
Voraussetzungen zum freien Kämpfen haben. Trotz sorgfältigen Trainings kann
es zu Verletzungen kommen, da Techniken Millimeter genau distanziert werden
müssen, um zu einem Ippon (Punkt) im Wettkampf auszureichen.
Dabei müssen alle schon erwähnten Aspekte des Karate-Do zu höchster Steigerung
geführt werden. Die Kämpfer treten mit schwach gepolsterten Faustschützern an,
die nicht etwa dazu da sind, die Wirkung einer nicht ordentlich abgestoppten
Technik zu mildern; sie sollen vielmehr die kleinen lästigen Hautverletzungen
unterbinden, die beim Kämpfen ohne Handschützer recht häufig vorkommen.
Das Konzept des kontaktlosen "Wettkampfkarate" hat zu tiefen Zerwürfnissen
zwischen okinawanischen Meistern und den japanischen Stilgründern geführt. Bis
heute werden diese japanischen Wettkampfkonzepte von den meisten okinawanischen
Meistern abgelehnt. Die Begründung ist hierfür ist einfach. Entsprechend der
alten Konzepte betonen sie die Selbstverteidigung, die Gesundheitslehre und
die spirituelle Erziehung. Wettkampf ist widersprüchlich zur Selbstverteidigung.
Die Lehre des Defensivcharakters im Karate-Do wird im Wettkampf nicht eingehalten,
denn ein Grundsatz besagt:
"Karate ni sente nashi" "Im Karate gibt es keinen Angriff"
Fassen wir zusammen: Karatetraining kann sehr vielseitig für jedes Alter
und für beide Geschlechter gleichermaßen angeboten werden. Der Karate Verein
Langenselbold e.V. bietet dazu verschiedene Gruppen mit unterschiedlich disponierten
Trainern / Übungsleitern an. Ziel des Karatetrainings kann nicht nur ein optimiertes
sportmotorisches Verhalten sein, sondern darüber hinaus ein ganzheitlicher Zustand
von Ruhe und Harmonie.
Quelle: http://www.karate-verein-langenselbold.de
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